„Das Richtige richtig und aufrichtig tun!“

Interview mit Ralf Forner, Geschäftsleiter Transgourmet Seafood


Bei Transgourmet Seafood werden Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in einem umfassenden Sinn verstanden und täglich von Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden gelebt. Wir sprachen mit Ralf Forner, Geschäftsleiter Transgourmet Seafood, über nachhaltigen Fisch und darüber, was wir beim Fischkauf beachten sollten.


„Nachhaltiges Handeln bedeutet für uns: glaubwürdig und dauerhaft Verantwortung für die Gesellschaft und Umwelt zu übernehmen.“

Herr Forner, kann man Fischprodukte überhaupt noch ruhigen Gewissens kaufen?


Fischkauf ist Vertrauenssache. Suchen Sie sich einen Händler Ihres Vertrauens! Wichtig für nachhaltiges Handeln ist gelebte Transparenz. Auf 84 Seiten geben wir Ihnen in unserem Nachhaltigkeitsreport Antworten auf alle gewünschten Themen. Wenn man sich an die Regeln und Bedingungen für nachhaltigen Fischfang hält, kann man auch heute Fisch mit ruhigem Gewissen essen.


Welchen Fischsiegeln kann noch vertrauen?


Nichts ist zu 100 % perfekt. Wir orientieren uns an folgenden international anerkannten Siegeln:

  • MSC: Marine Stewardship Council

  • ASC: Aquaculture Stewardship Council

  • Naturland

  • Bio-Siegel

  • ASMI: Alaska Marketing Institute

  • FoS: Friend of the Sea

  • ESF: Eel Stewardship Fund

Nachhaltigkeitssiegel binden Verbraucher in die Vermarktungskonzepte mit ein. Dabei haben Wissenschaftler, Fischexperten und andere Fachleute glaubwürdige Standards definiert, die für jeden verständlich und nachvollziehbar sind. Diese Standards bilden die Grundlage für eingehende Prüfungen und die Vergabe von Zertifikaten. Leider sind nur 15 bis 20 % aller Fischfänge so zertifiziert.


Das Thema Aquakultur wurde als keine adäquate Lösung dargestellt. Transgourmet bietet vielfältige Produkte daraus an. Sehen Sie das Thema eher unkritisch?


Eine verantwortungsvolle Aquakultur respektiert Natur und Umwelt. In unseren Leitsätzen der Fischeinkaufspolitik haben wir uns klare Regeln und Richtlinien gesetzt, an die wir uns auch halten.


Wir sehen es wie Dr. Manfred Klinkhardt, Berater und Dozent unserer Seafood Akademie:


„Während die einen in der Aquakultur die Lösung des Versorgungsproblems der Menschheit mit Fisch sehen, befürchten andere, dass die Ausweitung der Fischproduktion nur eine Fülle neuer Probleme verursacht. Sie verschmutze das Wasser, schädige lokale Ökosysteme und trage gefährliche, schwer kontrollierbare Chemikalien und Medikamente in die Gewässer ein. Manche Kritiker behaupten sogar, die Aquakultur verstärke das Überfischungsproblem, weil der Bedarf an Fischmehl und Fischöl für das benötigte Futter steige und dafür mehr Wildfisch gefangen werden müsse. Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Aquakultur schwelt seit Jahren (…). In einem Punkt muss man den Kritikern der Aquakultur jedoch beipflichten: Entscheidend ist, wie Aquakulturprojekte angepackt werden, dass wirklich alles dafür getan wird, um negative Auswirkungen für die Menschen vor Ort und die Umwelt zu vermeiden. (…) Die Praxis zeigt, dass Aquakulturbetriebe überall dort akzeptiert werden und sich störungsfrei entwickeln, wo sie im ständigen Dialog mit der Gesellschaft stehen und ihre Probleme mit allen Beteiligten und Betroffenen gemeinsam vor Ort gelöst werden.“


Gerade mit unseren Ursprung-Produkten tragen wir dem Rechnung. Wir haben eine Reihe nachhaltig gezüchteter Fische extern durch NGOs zertifizieren und bewerten lassen und unter der Eigenmarke Ursprung unter Einhaltung eines Kernanforderungskatalogs für Aquakulturprodukte eingeführt.


Wie schließt Transgourmet aus, dass die vom Unternehmen angebotenen Fischprodukte nicht aus illegaler Fischerei stammen?


Wir verurteilen die IUU-Fischerei (illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei) strengstens, fordern harte Strafen für die sogenannte Piratenfischerei und verlangen von unseren Lieferanten einen 100%igen Nachweis der Bezugsquellen (Verkaufsnachweise, Fangbescheinigungen, Fangdokumente). Wir arbeiten zudem mit langjährig bekannten und vertrauenswürdigen Partnern zusammen. Mit einigen Partnern bestehen Business-Unit-Partnerschaften.


Bietet Transgourmet vegane Fischalternativen an?


Wir haben in den letzten Wochen und Monaten eine Vielzahl von Fischersatzprodukten entwickelt: von veganen Thunfisch- und Lachs-Sushi-Auflagen über vegane Backfischprodukte, vegane Tintenfischringe, Shrimps bis hin zu Vish-Kibbeling, Vish-Nuggets, Vish-Stäbchen, Dosen-Thunfisch und diversen veganen Dips und Soßen. Für die Sushi-Auflagen konnte einer unserer Großkunden sogar schon einen internationalen Preis gewinnen.