Der Weg ist das Siegel: Bio-Zertifizierung

Es lohnt sich, Bio auszuloben.

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Rund 15 Mrd. Euro Umsatz verzeichnete der Verkauf von Lebensmitteln in Bio-Qualität 2020, in den vergangenen zehn Jahren konnte damit der Umsatz von Bio-Lebensmitteln mehr als verdoppelt werden. (Quelle: Statista) Der Bio-Anteil im Außer-Haus-Markt wird laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf rund 1 Prozent geschätzt. Eine Menge, die sich noch deutlich steigern ließe, zumal der Trend zu Bio-Produkten laut

Ökobarometer 2020 nach wie vor anhält. Auch die Bundesregierung plant daher, diesen Anteil auf mehr als 20 Prozent zu erhöhen. Pionierstädte wie etwa Berlin schreiben seit 2021 beispielsweise 40 Prozent Lebensmittel aus ökologischem Handel für Mittagessen in Grundschulen vor – was mittelfristig noch gesteigert werden soll. Es lohnt sich also, Bio auszuloben.


Der Begriff „Bio“ ist gesetzlich geschützt

Wer verpackte Bio-Waren (Bio-Schokoriegel, Bio-Getränke in Flaschen etc.) weiterverkauft oder in Schul- und Kitaküchen Bio-Speisen selbst kocht und nur einem begrenzten Nutzerkreis zugänglich macht, benötigt keine Zertifizierung. Das Gleiche gilt für alle, die Bio-Produkte verwenden, dies aber nicht kundtun. Für alle anderen gilt: Eine Zertifizierung nach EU-Öko-Verordnung ist Pflicht.


Step by step zum Bio-Zertifikat

Auf dem Weg zur Erstzertifizierung stehen folgende Überlegungen an:


Welches Konzept soll es sein? Bio-Zutat (Austausch einzelner Zutaten),

Bio-Komponente (z. B. Beilage: Bio-Möhren) oder Bio-Gericht (z. B. Bio-Lasagne)?


Kontrollstelle auswählen: Mit einer in Deutschland zugelassenen Kontrollstelle schließt der Betrieb einen Vertrag:

https://www.oekolandbau.de/service/adressen/oeko-kontrollstellen


Die Kosten für die Zertifizierung richten sich nach Unternehmensstruktur, -größe und Art des Bio-Einsatzes und liegen zwischen 200 und 800 Euro für das Kontrollverfahren inkl. Bio-Zertifikat (Stand: 06/2020). Da die Preise auch je nach Kontrollstelle variieren, lohnt es sich, verschiedene Angebote einzuholen und zu vergleichen.


Erstkontrolle vorbereiten: Verlangt werden (meist) ein Lageplan des Betriebs, ein Organigramm des Personals, Muster der Werbematerialien (Speisekarte, Flyer u. Ä.), in denen der Bio-Einsatz ausgelobt werden soll.


Lager: Konventionelle und Bio-Produkte müssen klar voneinander getrennt gelagert werden. Die Lagerung in nur einem Raum ist möglich.


Warenfluss: Bio-Produkte müssen eindeutig auf Lieferschein und Rechnung etikettiert sein (u. a. mit Namen und Anschrift des Herstellers, Code-Nummer der für den Hersteller zuständigen Kontrollstelle).


Kontrolle: Nach der Erstkontrolle folgen jährliche Inspektionen: angekündigt und unangekündigt. Umfang und Inhalt der Kontrolle sind nach EU-Öko-Verordnung festgeschrieben.


Nach der Zertifizierung darf ausgelobt werden! Laut Gesetz muss die Kennzeichnung von Bio-Angeboten unter Angabe der Öko-Kontrollnummer gut sichtbar angebracht werden. Doch wer den Zertifizierungsprozess durchlaufen hat, geht damit sicher konform und wird und will seine Bio-Produkte von nun an werbewirksam auf Speiseplänen, Schildern, Aufstellern und online präsentieren.


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