Immer mal aus dem Ra(h)men fallen

Herdrebellin, Bloggerin und Kreativschmiedin Tanja Wagner fällt für uns aus dem Ra(h)men und lässt uns einen Blick in ihre Welt werfen.



Also eigentlich ist die Sache mit den guten Vorsätzen am Jahresanfang immer die gleiche. Mehr Sport, aufhören zu rauchen, weniger Zucker, weniger Alkohol, mehr Zeit, etwas mehr hiervon, etwas weniger davon.

Schade nur, dass laut einer Studie ab dem Monat März schon 60 Prozent der Leute ihre guten Vorsätze „im Klo heruntergespült“ haben. Von der jämmerlichen Zahl, die am Jahresende übrig bleibt, will ich gar nicht sprechen.


Etwas Neues muss also her! In einer Studie habe ich kürzlich gelesen, dass man immer mal Dinge anders machen soll. Anders als der Rest seines Umfelds. Sozusagen „immer mal aus dem Rahmen fallen“. Das soll dazu führen, eine neue Sicht auf Dinge zu bekommen und dadurch kreativer, produktiver und noch irgendwas …tiver zu werden. Der Plan ist, etwas das ganze Jahr durchzuziehen, das andere eher nicht machen.


Anders sein, um sich weiterzuentwickeln. Zuerst dachte ich an scheußliche lila Strumpfhosen. Die könnte ich einfach ein ganzes Jahr tragen und sie zu meinem Markenzeichen erklären. Die trägt keiner, den/die ich kenne, und ich könnte sie zur Not unter einer Hose verstecken. Äh. Nein! Ich möchte nicht, dass mich jemand in lila Strumpfhosen sieht und denkt, ich spiele die Hauptrolle im neuen Robin-Hood-Film. Äußerlich „aus dem Rahmen fallen“ ist dann also raus. Es soll ja schließlich auch etwas sein, das mich persönlich weiterbringt.


Nächste Idee: eine neue Sportart ausprobieren. Bauchtanz kommt mir in den Sinn. Die Grundvoraussetzungen unter dem Hosenbund habe ich schon. Ich könnte zudem auf allen bevorstehenden Familienfeiern und Geburtstagen von Freunden eine kleine Showeinlage zum Besten geben, während im Hintergrund „Schüttel deinen Speck“ von Peter Fox läuft. Aber aus Angst, dass mich meine Familie verstößt und meine Freunde mich nicht mehr einladen, verwerfe ich den Gedanken recht schnell.


Neuer Gedanke: „Miracle Morning“. Ja, das probiere ich aus! Was jetzt hier so unanständig klingt, ist in Wahrheit völlig unsexy. Beim „Miracle Morning“ steht man eine Stunde früher auf als gewohnt, um dann all das zu machen, was man sich schon immer vorgenommen hat: laufen gehen, meditieren, lesen … oder einfach Dinge auf der To-do-Liste, die gaaaaanz weit unten stehen, abhaken. Angeblich soll das helfen, „sein Potenzial auszuschöpfen“.


Ich bin aber eher erschöpft als ausgeschöpft, denn mein Wecker klingelt seitdem um fünf Uhr morgens. Ich muss mir also eingestehen, dass dieses Experiment gescheitert ist. Die Idee, „aus dem Rahmen zu fallen“, ist nicht so leicht umzusetzen, wie ich dachte. Irgendwie lebt man doch recht angepasst, wie ich feststellen musste. Ist ja auch kein unangenehmes Leben. Warum kann man nicht im Stillen und Kleinen für sich einfach „mal aus dem Rahmen fallen“. Zum Beispiel, sich im Park nach Müll bücken und ihn zum nächsten Mülleimer bringen, einen Menschen in der Schlange an der Supermarktkasse vorlassen, jemandem einfach mal Danke sagen oder den Plastikflaschenpfandschein spenden. Dinge, die im Alltag so mitlaufen, ohne dass man sich einen Plan macht. Ohne gleich bei Social Media darauf hinzuweisen, was für ein neuer Mensch man seit dem neuen Jahr ist und was man für zündende Ideen hat.


Ich habe das Thema Vorsätze für 2021 an den Nagel gehängt und falle jetzt immer einfach dann aus dem Rahmen, wenn es die Situation hergibt. Wie zum Beispiel jetzt. Es ist 5.08 Uhr (mein Körper hat sich wohl doch recht schnell an den „Miracle Morning“ gewöhnt) und ich stehe in der Küche und koche Ra(h)men-Suppe, denn meine alte Nachbarin ist krank und schafft den Weg in die Küche gerade nicht mehr.


Ich finde, ich bin auf einem guten Weg ... Wie sieht es bei Ihnen aus?


Tanja kocht Shoyu-Ramen


Ramen ist eine würzige japanische Nudelsuppe mit unterschiedlichen Beilagen. Alle Ramen-Nudelsuppen basieren auf einer kräftigen und aromatischen Brühe. Diese Shoyu-Ramen ist im Geschmack von Sojasoße (Shoyu) geprägt. Hierfür wird eine kräftige Grundbrühe aus Schwein, Huhn, Fisch, Meeresfrüchten oder Gemüse mit Sojasoße kombiniert. Mit wenigen Handgriffen kann man sich schnell eine wärmende, sättigende und energieliefernde Mahlzeit zubereiten.


Zutaten:

1 l kräftige Hühner- oder Gemüsebrühe

20 g Ingwer

150 ml helle Sojasoße

50 ml dunkle Sojasoße

1 EL Mirin

200 g asiatische Instantnudeln (Soba-Nudeln)

1 Barbarie-Entenbrust ohne Knochen

Salz, Pfeffer

100 g Enoki-Pilze

100 g Spinatsalat

2 Frühlingszwiebeln

4 Soja-Eier (die genaue Erklärung zur Herstellung finden Sie auf www.houseno15.de)


Step 1: Backofen auf 200 Grad vorheizen.


Step 2: Ingwer schälen, fein reiben und dann mit den Sojasoßen und Mirin verrühren. Alles kurz aufkochen und beiseitestellen.


Step 3: Die Hautseite der Entenbrust kreuzförmig einschneiden und mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen und die Brust 4–5 Minuten auf der Hautseite braten, bis das Fett der Haut goldbraun ist. Jetzt die Brust wenden und weitere 2 Minuten braten. Die Pfanne auf der zweiten Schiene von unten in den Ofen schieben und die Ente 6 Minuten garen, danach wenden und auch auf der anderen Seite 6 Minuten gar ziehen lassen. Anschließend das Fleisch herausnehmen und ruhen lassen.


Step 4: Spinat putzen, waschen und trocken schleudern. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden.


Step 5: Nudeln nach Packungsangabe in Salzwasser garen. Währenddessen die Brühe aufkochen und das Sojasoßen-Gemisch erneut erwärmen.


Step 6: Entenbrust dünn in Scheiben aufschneiden und die Eier halbieren.


Step 7: Zuerst das Sojasoßen-Gemisch in eine Schale (gerne vorgewärmt) geben, dann den Spinat hinzufügen. Die Nudeln in die Schale füllen und mit der heißen Brühe auffüllen. Mit den Entenscheiben, Enoki-Pilzen und Ei anrichten, dann mit Frühlingszwiebeln