Wunderwelt Boden

Ohne die Lebewesen in unserem Boden und ihr Wirken gäbe es kein Leben über der Erde. Was können wir tun, um diesen faszinierenden Lebensraum zu schützen?


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Schon mal darüber nachgedacht, wer unter Ihnen lebt? Nein, nicht Ihre Nachbarn! Wenn wir über Felder laufen, durch den Wald oder über eine Wiese, ist uns oft gar nicht bewusst, dass auf einen Hektar Fläche 15 Tonnen Bodenlebewesen leben. Das entspricht einem Gewicht von 20 Kühen! Dazu gehören Pilze, Würmer, Larven, Algen, Spinnen und vieles mehr. All diese Lebewesen sorgen dafür, dass unsere Böden gesund sind und wir Nahrungsmittel anpflanzen können.


Bodenlebewesen zersetzen Laub und Erntereste. Die daraus entstehenden Nährstoffe nutzen dann wiederum die neuen Pflanzen. Größere Bodentiere wie Maulwürfe, Wühlmäuse und Regenwürmer pflügen den Boden um und erzeugen so Hohlräume für Wasser und Luft. Ist die Erde gesund, locker, der Boden gut durchlüftet, angenehm warm und feucht, fühlen sich die Helfer pudelwohl.


Nicht ohne (Unter-)Grund

Etwa ein Drittel der Erde besteht aus Festland, ein Drittel davon aus Wüsten. Bis 2050 werden rund 9,7 Mrd. Menschen auf der Welt leben, so die UN-Bevölkerungsprojektion 2019, rund zwei Mrd. Menschen mehr als heute. Die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen und Fleisch wird steigen.


Doch nicht nur dadurch geht wertvoller Boden verloren.

  • Schadstoffe gelangen in den Boden (aus Industrieemissionen, durch Abfallzersetzung, zunehmenden Pestizideinsatz).

  • Durch starke Bodenbeanspruchung und Monokulturen wird die Humusschicht ausgelaugt.

  • Aufgrund von Bodenversiegelungen (z. B. durch Straßen und Siedlungsfläche) kann der Boden seine natürlichen Funktionen nicht mehr erfüllen und u. a. das Wasser im Boden nicht mehr gespeichert werden.

  • Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Baufahrzeuge drücken den Boden zusammen (Verdichtung), der Boden wird nicht mehr ausreichend belüftet, Bodenorganismen, die für die Humusproduktion sorgen, bleiben fern.

  • Eine dichte Vegetationsdecke schützt den Boden vor Abtragungen und Auswaschung. Fehlt diese Schicht, wird Humus abgespült; der Klimawandel mit Hitze und Starkregen verstärkt den Effekt.

Im landwirtschaftlichen Bereich sorgen unter anderem Bio-Standards für den Erhalt fruchtbarer Böden: Saatgutsorten und Fruchtfolgen sind vielfältig, der Verzicht auf synthetische Pestizide sorgt für mehr Leben im Boden, die Bodenbearbeitung ist schonender, Ernterückstände und Zwischenfrüchte wie etwa Klee werden zum Mulchen verwendet und bewirken einen natürlichen Düngeeffekt, Hecken dienen dem Windschutz und und verhindern so Erosion.



Und was können wir tun? Ein paar Tipps:

  • Lebensmittel kaufen, die die Bodenfruchtbarkeit fördern und weniger Anbauflächen benötigen (mehr pflanzliche Nahrung statt Anbau von Viehfutter).

  • Weniger Versiegelungen, zum Beispiel mehr Blühwiesen statt Steingärten, eine wasserdurchlässige Bauweise bei Stellplätzen, Wegen und Terrassen.

  • Kompost statt chemischer Pflanzenschutzmittel.

  • Torffreie Erde! Wird dem Boden Wasser entzogen, um Torf zu gewinnen, ist nicht nur die biologische Vielfalt in Gefahr. Sauerstoff dringt in die oberste Torfschicht ein, Mikroorganismen zersetzen den Torf und wandeln den eingelagerten Kohlenstoff in klimaschädliches CO um.

  • Schadstoffhaltige Abfälle richtig entsorgen (Wertstoffhof).

  • Naturschutzprojekte weltweit unterstützen, die sich etwa für die Aufforstung und Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts einsetzen.

Quellen:

www.bodenschutz.bund.net

www.boell.de: Bodenatlas

www.bundesregierung.de

www.umweltberatung.at

www.umweltbundesamt.de